Ich gehe echt gern auf Konzerte und höre mir gute Bands live an! Aber zu etwas Besonderem werden solche Abende für mich immer, wenn ein paar ganz bestimmte Punkte erfüllt sind. Heute möchte ich euch von meinen Top 5 der letzten Konzertbesuche erzählen und euch etwas Inspiration für eigene Erlebnisse mitgeben. Ganz besonders spannend ist übrigens die letzte Geschichte in dieser Erlebnis-Liste hier. Aber lest gern selbst:
Das lokale Konzert und das Bier danach mit Zebra Head & co
Der Vorteil, wenn man in der eigenen Kleinstadt mal nach guten Konzerten von mehr oder weniger bekannten Bands forscht, ist definitiv die Nähe zur Band. Vor einiger Zeit haben wir gemeinsam mit unseren Freunden Basti und Jassel daher unser lokales Kulturzentrum, die Sumpfblume in Hameln, wiederentdeckt. Neben unbekannteren Bands haben wir hier im letzten Jahr zum Beispiel Zebra Head live sehen können. Und nicht nur das: Vor dem Konzert gab es ein Pläuschchen mit dem Sänger Adrian Estrella vorm Eingang und im Nachgang haben wir mit der Band noch ein Bier getrunken. Während Zebra Head vor uns und rund 500 Leuten spielte, standen sie an anderer Stelle auf den großen Festivalbühnen vor tausenden von Menschen. Wir durften ganz entspannt mit der Band feiern. Ein Hoch auf die kleine Bühne in unserer Stadt!
Seitdem haben wir uns fast jede Band angesehen, die in der Sumpfblume auftrat und bisher wurden wir weder von den bekannten, noch von den unbekannten Bands jemals enttäuscht. Ob Massendefekt, 100KiloHerz, Elfmorgen…und wie sie alle hießen. Und es werden sicherlich noch einige folgen. Aktuell ist mit FromZero bereits der nächste Konzertbesuch im kleinen Kreis in Planung. Wir wären enttäuscht, wenn es diesmal keinen Absacker mit der Band gäbe.
Der spontane Konzert – Trip mit Maximo Park
„Maximo Park kommt nach Deutschland. Aber das Konzert ist an einem Montag in Hamburg.“, kam eines Abends als Thema bei einem Glas Wein mit meiner Freundin Jassel auf. „Ich habe an diesem Montag und Dienstag frei!“, grinste sie. „Ok, und ich kann mir frei nehmen.“, überlegte ich, bestellte mit klopfendem Herzen direkt die Tickets und hielt ihr mein Glas zum Anstoßen hin. Gesagt, getan! Die besten Dinge passieren doch spontan.
Und so waren wir zum Wochenanfang nicht in unseren Jobs zu finden, sondern befanden uns auf der Autobahn. Dort freundeten wir uns musikalisch bereits mit der Vorband Art Brut an. Bis zum Bezug unseres Hotelzimmers an der Reeperbahn konnten wir selbst deren Texte auswendig. Wenn selbst die Vorband dich direkt mitnimmt, kann das Konzert nur gut werden. Maximo Park war natürlich ein Selbstläufer. Wir feierten, tanzten und sangen ganz vorn im Publikum lauthals alle Songs mit. Das Konzert war eines der Besten, auf denen ich je war. Keine Minute, in der ich dachte, dass jetzt aber der nächste Song kommen könnte.
Und im Nachgang kehrten wir sogar noch im legendären „Goldenen Handschuh“ ein, wo man anscheinend unbedingt mal gewesen sein muss, ich aber aus hygienischen Gründen erstmalig ein Glas leerte, ohne es mit den Lippen zu berühren, während neben mir an der Bar ein Mann mit dem Kopf in einer Pfütze Bier schlief. – Was für ein langer Satz. – Aber wir waren da! Ein Hoch auf den spontanen Konzert – Trip!
Zurück in meine Jugend mit den Backstreet Boys
1997 stand ich mit meiner Freundin Julia in Hannover in der ersten Reihe bei unserem ersten Backstreet Boys Konzert. In der Hand hielten wir das selbstgemalte Plakat. Stundenlang hatten wir an diesem Tag in der Sonne ausgeharrt, um ja ganz nah an unseren Lieblingen zu stehen. Hach, was waren das noch für Zeiten!
Nun haben wir sie noch einmal live gesehen. Diesmal in Düsseldorf auf einem Mädelstrip zu dritt: Julia, Jasmina und ich. Der komplette Millenial – Overkill. Artig sind natürlich auch wir komplett in weiß angereist, wie es zuvor von der Band gewünscht wurde. Das hatte zur Folge, das Düsseldorf gefüllt war mit Frauen in ihren 40ern, alle in weißen oder babyblauen Klamotten. Manche hatten sich extra Shirts oder Jacken bedruckt oder mit Glitzersteinchen besetzt.
Soweit ist es bei uns nun nicht gegangen. Wir haben diesmal auch nicht stundenlang ausgeharrt. Spontane Überstunden, ein Stau auf der Autobahn und dann noch das schnelle Beziehen unseres Zimmers im dekadenten Steigenberger sorgten dafür, dass die Show just in dem Moment begann, als wir auf unsere Plätze im Oberrang der riesigen Merkur Arena stolperten. Aber dennoch machten wir an diesem Abend eine Zeitreise in unsere Jugend.
Oh Mann, 1997, was war das für eine Jahr? Unsere Sorgen waren eigentlich nur die Mathearbeit in der nächsten Woche und ob das „Hallo“ vom Schwarm eine tiefsinnigere Bedeutung als den Gruß allein hatte. Wir kannten natürlich jeden Song auswendig und feierten auch ansonsten an diesem Wochenende ausgiebig in Düsseldorf. Zusammen mit all den weiß gekleideten Frauen, denn auch an den darauffolgenden Tagen gab die Boyband weitere Konzerte.
Wie entspannt feiern sein kann, wenn man einfach nur unter vielen, vielen Mädels ist! Und wie schön es ist, nun in einem Alter mit einer gewissen Grundentspanntheit, mit festen Plätzen beim Konzert und dem nötigen Kleingeld für ein schönes, zentrales Hotelzimmer zu sein.
Konzert – Campingabenteuer mit Viva la Vida
Über eine Freundin war ich an zwei Tickets für das Open Air von Viva la Vida, einer Coldplay Coverband, im Emmerauenpark in Lüdge gekommen. Mit im Paket war eine Flasche Wein, so dass ich meine Freundin Jasmina nicht lange überreden musste, mitzukommen. Um den Wein (und vielleicht noch ein paar Weitere) genießen zu können, hatten wir uns überlegt, dass wir auf dem stadtnahen Camper – Parkplatz in ihrem VW California übernachten könnten.
Und so war das nächste, besondere Konzert-Erlebnis da! Mit ordentlich Picknick und kühlen Getränken stimmten wir uns auf unserem Stellplatz auf den Abend ein, richteten schon einmal unser Nachtlager und pilgerten zum Emmerauenpark. Das Konzert fand im Rahmen der Reihe „Summer Night Music“ statt und wir erwischten einen lauen Sommerabend in diesem idyllischen Park mit guter Musik. Warum waren wir nicht schon früher darauf gekommen, einfach mit dem Camper zum Konzert zu fahren? Schließlich haben wir es ja auf dem Hurricane Festival auch so gemacht. Ein bisschen Festivalfeeling ganz im Kleinen stellte sich ein, als wir ganz vorn vor der Bühne mit feierten und später mit unserer Flasche Wein im Gras saßen.
Müde in den Schlafsack fallen, morgens Katzenwäsche und eine Tasse Kaffee im Café um die Ecke waren die Must-Haves dieses kleinen Camping-Trips. Ein bisschen Hippie-Feeling für zwischendurch!
Das erste Mal allein mit den Giant Rooks
Und dann war da noch die Dienstreise, die ich nach Köln machte. Das Wetter war zu schön, um den Abend im Hotelzimmer zu verbringen, als kam ich in einem Restaurant mit einem Pärchen ins Gespräch, das sich zu mir an den Tisch setzte, und das sich über das Giant Rooks Konzert unterhielt, auf das sie gleich gehen würden. „Gehen Sie doch auch einfach hin!“, sagte der Mann zu mir. „Vor dem Einlass kriegt man doch immer noch Tickets auf der Straße.“.
Eigentlich hatte er recht. Warum eigentlich nicht? Die Alternative wäre das Fernsehprogramm im Hotelzimmer gewesen. Das Konzert war quasi gegenüber von meinem Hotel, also war der Weg auch nicht so weit. Aber so ganz allein? Mein Mann Jens sagte direkt: „Das musst du machen!“ am Telefon. Alle Freundinnen, die ich konsultierte, waren derselben Meinung. Also zog ich bei Anbruch der Dunkelheit los und sah schon in der Ferne die lange Schlange wartender Fans und erspähte jemanden, der mehrere Tickets hochhielt. Leider hatten er und ich unterschiedliche Preisvorstellungen und ich wollte schon aufgeben, als mich plötzlich jemand aus der Schlange ansprach: „Hey, mein Freund hatte auf dem Weg hierher einen Hexenschuss und musste direkt wieder nach Hause fahren. 30€ für ein Ticket. Wäre das ok?“. Ich war entzückt. Und er ebenfalls, denn er hatte nicht mehr damit gerechnet, das Ticket so kurz vorm Eingang loszuwerden. Ich schlängelte mich direkt zu den Jungs in die Schlange und ging gemeinsam mit ihnen rein.
Drinnen rief ich Jens an, der meinte, dass ich mir bei soviel Glück unbedingt ein Shirt der Band als Andenken kaufen sollte. Komischerweise schien es nur Shirts der Vorband zu geben und während wir so telefonierten, wanderte mein Blick über mein Ticket, als ich erstarrte! „Ich bin nicht bei den Giant Rooks. Ich bin bei den Sisters of Mercy!“. Jens reagierte gelassen und meinte, dass ich dann eben das Konzert ansehen könnte, wo ich doch nun schonmal dort war.
Aber nein, ich hatte mir die Giant Rooks in den Kopf gesetzt und sprach einen Ordner an. Es stellte sich heraus, dass ich im Kölner E-Werk war und MEINE Band genau auf der anderen Straßenseite zeitgleich im Palladium spielte. Was für ein irrer Zufall und dann auch noch beides vom selben Veranstalter organisiert. Da mich die Ordner nicht mehr rausließen (zumindest nicht, ohne mich wissen zu lassen, dass ich nicht mehr reinkommen würde), kam ich mit einer Hostess ins Gespräch. Sie lachte sich beim zuhören kaputt, meinte, so etwas hätte sie noch nie gehört, aber hatte dann die Idee, einen vorbeieilenden Kollegen um Rat zu fragen. Der Kollege mit Hut und Anzug war hier anscheinend in leitender Funktion, hörte sich meine Geschichte an und meinte dann: „Ja los, dann komm. Ich nehm dich dich mit rüber!“. Ich war irritiert, verwies (warum auch immer) nochmal auf mein falsches Ticket und brauchte einen Moment, bis die Worte und ihre Auswirkung mir wirklich bewusst wurden.
Und zack, nur wenige Minuten später, schleuste mich der gute Mann durch den VIP Eingang auf MEIN Konzert und ich musste Jens anrufen, um ihm kurzatmig zu berichten: „Du glaubst nicht, was mir JETZT wieder passiert ist…“. Wir waren uns einig, dass ich mir jetzt erst recht ein Shirt kaufen musste. Mein erstes Konzert allein und dazu so eine verrückte Geschichte. Die Show verbrachte ich nah der Bühne am Rand, wo ich gut gucken, mitsingen und rumspringen konnte, wie ich wollte. Einmal lief die Band durch das Publikum und direkt an mir vorbei, so dass ich dachte, ich werde gleich ohnmächtig bei so vielen Zufällen. Ihr denkt über einen Konzertbesuch allein nach? Einfach machen, kann ich nur sagen!

